Vorwort
Dermatologie-Bücher gibt es in großer Zahl. Sie richten sich an den Medizinstudenten, der eine systematische, prüfungsrelevante Darstellung des Fachgebietes benötigt. Oder an den dermatologisch interessierten Allgemeinarzt und den Assistenten in Weiterbildung, die eine tiefergehende Systematik ebenso suchen, wie detailiertes Wissen zur Differentialdiagnostik und zur Therapie. Und schließlich gibt es enzyklopädisch umfangreiche und reich bebilderte Dermatologiebücher für den Facharzt, der eine Information zu einem speziellen Fall oder eine Therapiealternative bei einem „ausbehandelten“ Patienten sucht, bei dem alle Standards versagt haben oder nicht mehr toleriert werden. Das Problem dieser Werke ist jedoch die lange Zeit, die von der Erstellung der ersten Texte bis zu ihrer Drucklegung vergeht. Außerdem führen der erhebliche Arbeitsaufwand und die hohen Herstellungskosten zwangsläufig dazu, dass eine lange Zeit bis zu einer aktualisierten Neuauflage verstreicht. Der Satz: „Das Lehrbuch XY war schon bei seinem Erscheinen veraltet“ findet hierin in unserer schnelllebigen Zeit seine Bestätigung.
Mit dem Derma-Net-Online Projekt haben wir den Versuch gestartet, die Expertise eines herausragenden Lehrbuches mit der Aktualität des Internets zu kombinieren. Die Idee stammt aus der HIV-Medizin. Hier war es schon seit einem Jahrzehnt erforderlich, mit der raschen Entwicklung der Krankheitslehre und den unglaublich schnellen Veränderungen der antiretroviralen Therapiekonzepte Schritt zu halten. Bernd Sebastian Kamps und Christian Hoffmann haben mit ihrem HIV-Net Projekt (http://hiv.net) gezeigt, dass die Kombination aus Online- und Printversion mit jährlicher Aktualisierung durch die jeweiligen Spezialisten der einzelnen Teilgebiete eine außerordentlich effiziente Wissenvermittlung darstellt. Datenbanken wie Pubmed u.a. bieten zwar in wenigen Sekunden auch zu ausgefallenen Fragen eine drei- bis vierstellige Auswahl von Literaturzitaten, wer aber findet in dieser Informationsflut in annehmbarer Zeit die Information, die er gerade benötigt? Wer filtert diese Informationen? Oder anders gesagt, wer könnte dies besser als gerade die Spezialisten, die auf diesen Gebieten klinisch und wissenschaftlich arbeiten? Als Herausgeber von Derma-Net-Online sind wir den vielen namhaften Autoren, die uns geholfen haben dieses Projekt auf die Beine zu stellen und die bereit sind durch fortlaufende Aktualisierungen ein Höchstmaß an Qualität zu liefern, zu außerordentlichem Dank verpflichtet. Nachtrag der Herausgeber 2011: Unser Dank gilt auch den u.g. Pharmazeutischen Firmen, die bereit sind unser Werk - ohne Einflußnahme auf die Inhalte (!) für die alleine die Autoren verantwortlich zeichnen - finanziell zu unterstützen und damit die Kontinuität und Produkt-Neutralität unseres Online-Auftritts seit 2006 gewährleisten. Aufgrund des Gesamtumfangs dieses Werkes, der fortlaufenden Aktualisierungen, der großen Zahl von Farbabbildungen und der geänderten Arbeitsbedingungen (immer mehr Ärzte recherchieren fast ausschließlich online) wird es eine gedruckte Version von Derma-Net-Online in absehbarer Zeit leider nicht geben.
Helmut Schöfer und Susan Baur-Beger
Frankfurt/M und Wiesbaden, 1. Dezember 2006
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